LM Pinneberg 2013

Inoffizieller Deutscher Rekord


Nur neunzig Sekunden nachdem das Startsignal ertönte und Tom Matzen sich mit der Puppe auf dem Rücken von der Wand abstieß, schlug Mannschaftskollege Momme Herms schon wieder an. Matzen, Herms, Nils Ole Petersen und Bo Jesper Gerth legten nicht nur eine persönliche Bestzeit in der Pinneberger Schwimmhalle hin, sondern schwammen die 4x25 Meter Puppenstaffel sogar so schnell wie noch keine andere Mannschaft in der Altersklasse 15/16 in Deutschland. Mit einer Zeit von 1:30,36 Minuten unterboten sie den derzeitigen Deutschen Rekord (1:33,01) um ganze drei Sekunden. Bereits auf den Kreismeisterschaften im Februar (die Landeszeitung berichtete) machten die Rendsburger Rettungsschwimmer mit einer Zeit von 1:31,57 Minuten auf sich aufmerksam. Und wieder einmal hielt sich die Freude in Grenzen, da Rekorde erst auf Wettkämpfen auf der Bundesebene anerkannt werden- somit müssen Herms, Petersen, Matzen und Gerth sich weiterhin geduldig zeigen.

„Der neue inoffizielle deutsche Rekord in der Puppenstaffel war sicherlich der Höhepunkt der diesjährigen Landesmeisterschaften und hat uns einmal mehr gezeigt, welches Potential in den Jungs steckt. Jetzt müssen sie die Zeit auf den kommenden Deutschen Meisterschaften bestätigen, damit die Mannschaft endlich auch offiziell als die schnellste in dieser Disziplin anerkannt wird“, hofft Trainerin Bianca Loy.

Aber nicht nur in der Puppenstaffel überzeugten die vier, sondern auch in der 4x50 Meter Rettungsstaffel, 4x50 Meter Gurtretterstaffel und 4x50 Meter Hindernisstaffel waren sie das Maß aller Dinge am vergangenen Samstag. Mit einer Gesamtpunktzahl von 4667 Punkten und einem Vorsprung von 172 Punkten auf Glücksburg war den Rendsburgern der Landesmeistertitel nicht mehr zu nehmen. 

Auch in der Altersklasse 17/18 verzeichneten die Rendsburger großen Erfolg: Zwar stand der männlichen Mannschaft kein Deutscher Rekord am Ende zu Buche, jedoch gingen auch sie als Sieger aus der Schwimmhalle. Timo Starck, Max Heiligentahl, Jannik Gebhardt, Jeremiah Tucker und Simon Landt deklassierten ihr Teilnehmerfeld und holten sich den Landesmeistertitel. Mit 337 Punkten Vorsprung ließen sie den Hauptkonkurrenten aus Glücksburg, die sich letztes Jahr noch vor den Rendsburgern einordneten, hinter sich, und stachen mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung hervor. 

„Der starke Zusammenhalt war neben der guten Vorbereitungsphase einer der größten Vorteile gegenüber den anderen Teams. Wir haben uns als ein Team präsentiert, das sich untereinander geholfen, motiviert und angefeuert hat“, zeigte sich Loy zufrieden. 

Weitere Medaillen in der Mannschaftswertung holten Ann-Kathrin Todt, Lena Sörensen, Daniela Zimmermann, Florian Felske und Tobias Wolst. Sie belegten mit 2848 Punkten in der Altersklasse 12 den zweiten Platz.

Einen weiteren Vizelandesmeistertitel sicherten sich Insa Petersen, Gina Hellmann, Aileen Böhm, Peer-Bennet Schröder und Fabian Felske. Insgesamt zählten sie 3529 Punkte und bestätigten ihre Platzierung aus dem Vorjahr.

Das Team um Catharina Zimmermann, Jana Mareen Schröder, Lennart Schnödewind und Joannis Neumann belegten trotz starker Konkurrenz, nicht zuletzt aus den eigenen Reihen, in der Altersklasse 15/16 den fünften Platz (3805 Punkte).

Eine Altersklasse höher holten sich die Rettungsschwimmerinnen Inken Beeck, Kristina Apelt, Serena Kruse und Sophia Loy mit 2926 Punkten auf dem Konto den sechsten Platz.

Mit ganz anderen Endergebnissen als erwartet mussten sich die Herren der offenen Altersklasse zufrieden geben: Hatte man sich einen sicheren Podiumsplatz ausgemalt, nicht zuletzt weil insgesamt drei Teams ins Rennen geschickt worden sind und der Landesmeistertitel 2012 bereits an das Team Rendsburg eins ging, fuhren sie letztendlich ohne Medaille nach Hause. Vor allem die Titelträger aus dem letzten Jahr, nämlich Torben Schmengler, Thomas Tucker, Marko Timm und Alexander Komorowski, wurden ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Nachdem am Vormittag 200 Punkte aufgrund von einer Disqualifikation bei der Herz-Lungen-Wiederbeatmung fehlten, schlichen sich in der 4x50 Meter Rettungsstaffel gleich drei Disqualifikationen ein. Unterm Strich kamen sie nicht über 2960 Punkte hinweg und belegten wider der Erwartungen den zehnten Platz. Das zweite Team aus Rendsburg um Daniel Herzog, Felix Schmachtenberg, Lars Kruse und Lukas Schnödewind nutzte die Strafpunkte ihrer Vereinskollegen aus und setzte sich vor dem ersten Team auf den sechsten Platz (3622 Punkten).

Team drei mit Felix Rudnik, Steffan Timm, Christian Jens und Per Ole Gerth landete mit 2708 Punkten auf den 13. Platz.

Anders machten es die Damen: Beide Rendsburger Mannschaften wollten sich nicht trennen, so schaffte das erste Team um Kristina Gudjons, Jessica Köster-Sievers, Katharina Winkelmann, Ines Ried und Bianca Loy mit 3551 Punkten den Sprung auf Platz sieben und die zweite Mannschaft mit Jule Hansen, Janina Januschewski, Lisa Bock, Milena Maack und Julia Bruhns ordnete sich mit 3240 Punkten hinter ihren Vereinskolleginnen ein.

Am Wettkampftag zuvor glänzte die Wettkampfgruppe aus Rendsburg bereits in den Einzeldisziplinen. Insgesamt fünfmal Edelmetall standen am Enden zu Buche. Für die größte Überraschung sorgte die jüngste aus den Reihen der Rendsburger. Daniela Zimmermann (2278 Punkte) erkämpfte sich in der Altersklasse 12 den Landesmeistertitel und ließ Konkurrentin Amelie Werner aus Grömitz mit 31 Punkten Rückstand hinter sich. Für ihren souveränen Sieg war vor allem die sensationelle Leistung in der Disziplin 50 Meter Hindernisschwimmen (38,03) ausschlaggebend. Darüber hinaus sicherte sich auch Insa Petersen in der Altersklasse 13/14 einen Medaillenplatz. Mit 2269 Punkten ordnete sie sich hinter Lara Morlang und Rebecca Nissen auf den dritten Platz ein.

Nicht nur in der Mannschaftswertung überzeugten die beiden Rendsburger Mannschaften in den Altersklassen 15/16 und 17/18, sondern auch in den Einzeldisziplinen war den Rendsburgern die Medaillenplätze nicht zu nehmen: Nils Ole Petersen (2690 Punkte) holte Silber und Momme Herms (2665 Punkte) und Tom Matzen (2575 Punkte) belegten den vierten und fünften Platz. Der diesjährige Landesmeister in der Altersklasse 15/16 Rene Weiss aus Glücksburg und sein Bruder Marcel Weiss, der in der Altersklasse 17/18 die Goldmedaille gewann, machten den Rendsburgern dieses Mal einen Strich durch die Rechnung. So mussten sich auch Jeremiah Tucker (2429 Punkte), Timo Starck (2425 Punkte) und Lukas Schnödewind (2201 Punkte) hinter dem Glücksburger Marcel Weiss einreihen. 

In der offenen Altersklasse verfehlte Thomas Tucker (2591 Punkte) nur knapp die Bronzemedaille. Unterm Strich machten 43 Punkte auf Matthias Krause aus Uetersen den Unterschied. Trotzdem entschied Tucker 100 Meter Retten mit Flossen mit einer Zeit von 0:55,99 Minuten für sich und in der Disziplin 100 Meter Lifesaver (1:00,70) holte er Silber.

„Wir sind sehr stolz auf die erbrachten Leistungen. Nicht nur die Zeiten, unter denen sich auch einige neue Bestzeiten hervorgetan haben, waren  bemerkenswert, sondern auch das saubere Schwimmen ohne Punktabzüge war ein sicherer Garant für uns. Zu guter letzt rundete ein sofortiges Bestehen der Herz-Lungen-Wiederbeatmung die Landesmeisterschaften ab“, fasste Bianca Loy zusammen.

Darüber hinaus empfingen die Rendsburger eine weitere erfreuliche Nachricht: Landestrainerin Janne Krüger und Teammanager Matthias Krause nominierten für das Team Schleswig-Holstein vier Athleten aus Rendsburg: Jeremiah Tucker, Nils Ole Petersen, Tom Matzen und Timo Starck dürfen vom 4. bis zum 7.07.2013 am Junioren Rettungspokal teilnehmen.