EM Alicante 2011

Erfolgreich unter der Sonne Spaniens

Alicante / Rendsburg. 39 Grad im Schatten laden wahrlich zu einem Strandbesuch ein. Zwar war das zwölfköpfige DLRG-Team aus Rendsburg zumeist genau dort - an der Küste des spanischen Alicante - zu finden. Zum Urlaub aber waren die Rettungsschwimmer um Trainer Timo Norden nicht angereist. Der Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz stand bei den Europameisterschaften der Rettungsschwimmer auf dem Programm.

"Diese extremen Temperaturen waren für uns eine ganz neue Erfahrung. Ein netter Effekt war, dass man draußen im Meer nicht zu frieren begann", schildert das EM-Teams aus Rendsburg seine ersten Eindrücke. Nach einer intensiven und konzentrierten Vorbereitungsphase ging es hochmotiviert mit dem Flieger nach Spanien. Vor Ort folgten weitere Trainingseinheiten sowohl im Pool als auch im Meer: "Bis zum ersten Wettkampf war eine gewisse Anspannung im Team zu spüren. Die Sportler hatten nach der langen Vorbereitungsphase einfach den Drang loszulegen", sagt Timo Norden. "Der Knoten platzte schließlich nach dem ersten Wettkampf, der Disziplin SERC (Simulated Emergency Response Competition). Die Aufgabe besteht dabei darin , dass vier Personen innerhalb von zwei Minuten eine realistische Unfallsituation lösen müssen. Unser Team erlangte einen sensationellen fünften Platz in der Gesamtwertung (zweitbestes deutsches Team). Nach dieser tollen Leistung und Performance stellte sich eine entspanntere Atmosphäre im Team ein."

Der Erfolgsdruck war weg und so präsentierte sich das Team im weiteren Verlauf äußerst stark. Torben Schmengler, Alex Komorowski, Marko Timm, und Tim Schmachtenberg gewannen das B-Finale der 4x50 Meter-Gurtretterstaffel. "Unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen. Sowohl im Indoor- als auch im Outdoorbereich konnten wir uns Finalteilnahmen sichern", berichten Rieke und Anne Herms. Dennoch lief nicht alles ganz so optimal wie erhofft. "Wir hatten das Gefühl, dass die besten Teams immer in unseren Läufen vertreten waren, und wir uns so schon früh geschlagen geben mussten", erklärten die Schwestern weiter. Vor allem das italienische Team "Rane Rosse Aqvasport" dominierte mit der Hilfe von Top-Schwimmern das gesamte Feld. Aber auch andere, in der Weltrangliste oben stehende Mannschaften, machten es den Rettungsschwimmern aus Rendsburg nicht leicht. Hinzu kamen organisatorische Probleme, wie zum Beispiel der Ausfall der elektronischen Zeitmessung. In erster Linie aber bleiben die hervorragende Stimmung während der Wettkämpfe und die beeindruckende Location im Gedächtnis. Anne Herms erreichte trotz Verletzung vor Ort in ihrer Parade-Disziplin, dem Beach Flags, im A-Finale einen überragenden siebten Platz. In der Gesamtwertung belegten die Rendsburger einen respektablen 25. Platz (von 65 Teams) und im Pool reichte es sogar zum 19. Rang. "Natürlich ist ein weit entfernter Wettkampf immer eine besondere Erfahrung für mich und mein Team. Neue Wettkampf-Praxen, technische Feinabstimmungen und neue Teameinstellungen tun sich auf. Aber besonders die Power, die vor Ort in der Luft lag, hat uns alle motiviert und vorangetrieben", fasst Anne Herms das Erlebnis zusammen.

Trainer Timo Norden sieht die Ergebnisse seines Teams durchweg positiv: "Unsere Ziele, die wir uns im Vorwege gesetzt haben, haben wir erfolgreich gemeistert. Wir haben uns für etliche Finalläufe qualifiziert und hier trotz sehr starker Konkurrenz mitgehalten. Das zeigt mal wieder, dass die DLRG-Rendsburg sich auch auf internationaler Ebene mehr als nur sehen lassen kann und nicht ohne Grund zu den besten deutschen Vereinen im Rettungsschwimmen zählt. Ich hoffe, dass wir diesen positiven Trend mitnehmen und unsere guten Leistungen auch bei den Deutschen Meisterschaften in Bremen vom 20. bis zum 23. Oktober abrufen können." Denn: "Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf." 


Die weiteren Ergebnisse: 
Pool
SERC (Simulated Emergency Response Competition): Kristina Gudjons, Sandra Laffrenzen, Tim und Felix Schmachtenberg: 5. Platz im A-Finale.
Line Throw Damen: Anne Herms/Kristina Gudjons: 2. Platz im B-Finale.
4x25m Puppenstaffel Damen: Anne Herms, Kim Möller, Frederike Sass, Sandra Laffrenzen: 3. Platz im B-Finale.
4x50m Gurtretterstaffel Herren: Torben Schmengler, Alex Komorowski, Marko Timm, Tim Schmachtenberg: 1. Platz im B-Finale.

Strand
Beach Flags Damen: A-Finale 7. Platz Anne Herms: 7. Platz im A-Finale; Kim Möller: 17. Platz; Sandra Laffrenzen: 20. Platz.
Surf Race Herren: Tim Schmachtenberg: 30. Platz im A-Finale.

Gesamtwertung
Platz 19 im Pool, Platz 25 in der Gesamtwertung (von 65 Teams).

Quelle: http://www.shz.de/sport/lokaler-sport/landeszeitung/artikeldetails/artikel/erfolgreich-unter-der-sonne-spaniens.html