LM Flensburg 2012

Medaillenregen für Rettungsschwimmer

Flensburg. Die Köpfe hingen runter bei den Rendsburger Rettungsschwimmern. Aber nicht, weil es bei der DLRG-Landesmeisterschaft in Flensburg enttäuschende Leistungen gegeben hätte. Das Gegenteil war er Fall, denn es war die Vielzahl an Medaillen um den Hals, die die Köpfe nach unten zogen, denn mit sage und schreibe 17 Podestplätzen kehrten die Rendsburger zurück.

"Erneut haben wir gezeigt, dass nicht nur gute Einzelleistungen den Sieg ausmachen, sondern eben auch ein starker Teamzusammenhalt", erklärte Rettungsschwimmer Bo Jesper Gerth. Er und 70 Rettungsschwimmer aus Rendsburg hatten sich am vergangen Wochenende auf den Weg nach Flensburg gemacht. Unterm Strich zählten das Trainergespann Timo Norden, Bianca Loy, Katharina Winkelmann und Juliane Dohse neun Mal Gold, und jeweils vier Mal Silber und Bronze. In der Gesamtwertung belegte die DLRG Rendsburg den zweiten Platz. "Wir sind mit unseren Leistungen mehr als zufrieden", lobten Loy und Dohse. "Wir sind viele neue Bestzeiten geschwommen. Grundlage dafür waren sicherlich die guten Wechsel und die saubere Technik. Aber auch die gute Stimmung im Team trug zu den hervorragenden Leistungen bei."

Vor allem der Nachwuchs überzeugte in der Einzelwertung. Die Brüder Fabian und Florian Felske konnten sich jeweils einen Podiumsplatz sichern. Florian Felske gelangen 1576 Punkte, was den dritten Platz in der Altersklasse 10 bedeutete. Sein älterer Bruder schaffte sogar den Sprung ganz nach oben. Mit insgesamt 2206 Punkte war ihm der erste Platz in der Altersklasse 12 männlich nicht zu nehmen. In der Altersklasse 15/16 männlich platzierten sich gleich vier Rendsburger unter den Top-Ten. Platz neun ging an Lukas Schnödewind (2285 Punkte). Vorjahres Landesmeister Momme Herms (2396 Punkte) musste sich dem starken Teilnehmerfeld geschlagen geben und rutschte auf den sechsten Rang ab. Mannschaftskamerad Tom Matzen positionierte sich mit einem Punkt mehr auf dem Konto auf dem fünften Rang. Die beste Leistung aus Sicht der Rendsburg brachte Nils Ole Petersen (2532 Punkte). Er holte Silber und musste sich nur knapp dem amtierenden Deutschen Meister Rene Weiss geschlagen geben, trotzdem hat er gute Chancen auf eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Paderborn: "Ich war sehr überrascht, über die gute Platzierung", erklärte Petersen. "Das habe ich wohl meiner guten Vorbereitungsphase zu verdanken."

In der offenen Altersklasse sicherte sich Ole Ehlers den Landesmeistertitel. Der einzige männliche Bundeskaderathlet aus Schleswig-Holstein ging mit hohen Erwartungen an den Start: "Ich wollte eine sichere Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften", schilderte Ehlers, "zu Beginn des Jahres konnte ich lange Zeit krankheits- und unibedingt nicht am Trainingsgeschehen teilnehmen. Das machte sich auf den längeren Strecken bemerkbar. Auf 100m Retten mit Flossen und 100m Livesaver bin ich jeweils knapp eine Sekunde über der Kadernorm und 1,5 Sekunden über meine persönlichen Bestzeiten geblibene."

Am zweiten Wettkampftag griffen 120 Teams aus ganz Schleswig-Holstein in die Mannschaftswertung ein, davon elf aus Rendsburg. "Bei den Mannschaften zeigte sich erneut die große Stärke der Rendsburger", sagte Trainer Norden. So ging der Titel in der Altersklasse 12 männlich an das Team um Peer Bennet Schröder, Jonas Koch, Fabian Felske, Daniela Zimmermann und Gina Marie Hellmann. Den Vize-Landesmeistertitel in der Altersklasse 13/14 männlich sicherten sich Jan-Eric Kröger, Insa Petersen, Lennart Schnödewind, Joannis Neumann und Marie Klein. "Das gemischte Team ließ sogar reine männliche Mannschaften förmlich stehen", lobte Norden.

In der Altersklasse 15/16 weiblich fehlten Inken Beeck, Kristina Apelt, Serena Kruse, Catharina Zimmermann und Jana Mareen Schröder lediglich acht Punkten auf den dritten Platz. Hingegen Tom Matzen, Momme Herms, Nils Ole Petersen, Bo Jesper Gerth und Lukas Schnödewind nach einem spannenden Kampf sich über den Landesmeistertitel in der Altersklasse 15/16 männlich freuen durften, denn erst nach der letzten Disziplin, der 4x50m Hindernisstaffel, war man sich dessen sicher. Sowohl die Frauen als auch Männer in der Altersklasse 17/18 sicherten sich in der Mannschaftswertung Bronze.

In der offenen Wertung waren Freud und Leid nicht weit voneinander entfernt. Während die Männer ihrer Favoritenrolle gerecht wurden und sich im direkten Duell gegen Mölln und Glücksburg an die Spitze setzten, mussten sich die weiblichen Rettungsschwimmerinnen mit dem fünften Platz zufrieden geben. Ein Materialfehler in der Rettungsstaffel sorgte für Zeiteinbußen. Die zweite weibliche Mannschaft schaffte den Sprung auf Platz sieben. "Die Leistungen waren ganz stark, besonders hat mich beeindruckt, dass wir keine technischen Fehler gemacht haben, nur so konnten wir diese Dominanz im Becken zeigen. Der gesamte Trainerstab hat erstklassige Arbeit geleistet. Besonders im Hinblick auf Teamzusammenhalt, aber auch bei den technischen Elementen wie Wechsel oder der Puppenhaltung", freute sich Norden.

Nach den Landesmeisterschaften in Flensburg stehen für die Rettungsschwimmer die Freiwassersaison im Blickfeld. So werden sie an der Lifesaving-Trophy (Wettkampfserie) und dem DLRG-Cup in Warnemünde an den Start gehen. Der Saisonhöhepunkt bilden die Deutschen Meisterschaften im Herbst und die Weltmeisterschaften in Australien. Hier treten die Brüder Felix und Tim Schmachtenberg an.

 

Quelle: http://www.shz.de/sport/lokaler-sport/landeszeitung/artikeldetails/artikel/medaillenregen-fuer-rettungsschwimmer.html